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Ganz Mensch sein – leben hier und jetzt

Bin ich Mensch? Oder – wann bin ich Mensch? Gerade dann, wenn man sich auf den Weg der persönlichen Suche nach sich selbst gemacht hat, sich gar auf irgendeinen spirituellen Pfad begeben hat, ist man irgendwann mit der Idee konfrontiert, weniger ein menschliches Wesen zu sein, dass spirituelle Erfahrungen macht als vielmehr ein spirituelles Wesen, dass menschliche Erfahrungen macht. Wie sehen Sie das?

Spirituell – menschlich, menschlich – spirituell … vielleicht ist es gar nicht so wichtig? Vielleicht ist es viel wichtiger, ganz Mensch zu sein, indem ich mich völlig lebendig fühle, mit allen Erfahrungen, die ich mache.
Ohne Wurzeln keine Flügel, d.h., mit beiden Füßen fest auf dem Boden der materiellen Welt stehen und dort meine Herausforderungen meistern; zugleich den Kopf in die Wolken stecken und mich mit dem Himmel verbunden fühlen – das gibt Kraft und Energie, die ich hier auf der Erde brauche.

Oben und unten, Himmel und Erde treffen sich in mir, jetzt, hier, in diesem Augenblick. Wenn ich mich mit vollem Herzen dem Leben öffne, das Leben voller Leidenschaft umarme und, wie Herbert Grönemeyer in seinem Lied “Mensch” so treffend auf den Punkt bringt, irre und kämpfe, hoffe und liebe, mitfühle und vergebe, lache und lebe.

Pema Chödrön, eine buddhistische Lehrerin, die ich aufgrund ihrer ausgesprochen bodenständigen Direktheit sehr mag, schrieb einmal folgendes:

“Ich glaube, dass wir alle wie Adler sind, die vergessen haben, dass sie fliegen können. Von frühester Kindheit an hatten wir Sehnsucht nach den fernen Bergen, wollten den weiten Himmel und die großen Ozeane erkunden, aber irgendwie sind wir in dem Nest hängengeblieben, weil wir einfach vergessen haben, wie man fliegt.”

Wir sind Adler, dessen bin ich mir sehr sicher, und tief in uns spüren wir es auch, wenn wir still werden und anfangen zu lauschen auf das, was uns unser Herz sagt.

Probieren Sie ss doch gleich einmal aus: Lehnen Sie sich zurück, nehmen ein paar tiefe Atemzüge und entspannen sich in den Augenblick hinein … und dann fragen Sie Ihr Herz, was es jetzt, in diesem Augenblick am liebsten hätte … was sind Ihre tiefsten Herzenwünsche? Wie möchten Sie sich fühlen? Wer möchten Sie sein? Was tun?

Und Ihr Herz weiß die Antwort! Vertrauen Sie darauf, und sein Sie ganz Mensch, lebendig im Hier und Jetzt :-)

9 Tipps für den Alltag …

… um sich dem Leben aus vollem Herzen zu öffnen:

    • Fragen Sie sich, was Ihnen Freude bereitet und das Ihnen leicht von der Hand geht – etwas, das Sie mit Energie auflädt und in dem Sie ganz und gar aufgehen.
    • Seien Sie bereit, Risiken einzugehen und das zu tun, was Ihnen mehr Erfüllung verschafft.
    • Sorgen Sie dafür, dass es Ihnen gut geht – ergreifen Sie die Initiative, alles Notwendige zu tun, um das zu bekommen, was Sie für sich brauchen.
    • Lassen Sie alte, behindernde Verhaltensweisen los, die Ihnen lediglich die Illusion von Sicherheit vorgaukeln.
    • Finden Sie Ziele, die mit Ihrem intuitiven Gefühl von Ihrem Lebenszweck übereinstimmen.
    • Erstellen Sie eine Liste mit Ihren wichtigsten Zielen und einem entsprechenden Plan.
    • Verwirklichen und realisieren Sie Ihre Träume, legen Sie sich dabei die innere Einstellung zu, dass Sie es verdient haben.
    • Setzen Sie sich immer wieder neue Ziele und überprüfen sie, ob die bisherigen Ziele noch Ihrem Gefühl von Ihrem Lebenszweck entsprechen.
  • Finden Sie Möglichkeiten, wie Sie anderen mit Ihren Zielen von Nutzen sein können.

Gib den Kampf auf

…. oder: wie du mühelos mit dem Leben fließt

Was du heute erlebst, ist das Ergebnis der Entscheidungen, die du in der Vergangenheit getroffen hast.

Alles Glück, alle Freude, all deine Erfolge, aber auch dein Ärger, deine Unzufriedenheit und dein Scheitern resultieren aus dem, was du in der Vergangenheit gedacht, gesagt oder getan hast.

Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft
Ebenso hängt das, was du künftig erfahren wirst, von dem ab, was du heute denkst, sagst und tust. Daher sei dir dessen bewusst, was du gegenwärtig erlebst und lass das, was du jetzt bist, nicht dem im Wege stehen, was du sein könntest.

Hör auf zu kämpfen
Es macht wenig Sinn, wenn du dich gegen das, was du momentan erlebst und lieber nicht erleben würdest, wehrst und dagegen ankämpfst. Denn das verfestigt die Dinge nur noch mehr, und das ist nicht das, was du willst.

Bleibe im Fluß
Das Leben ist in ununterbrochenem Wandel,
Und für dich bleibt es mühelos, solange du bereit bist, alles anzunehmen und zu erfahren.

Der Fluß des Lebens kommt dann zum Stocken oder gar zum Stillstand, wenn du dich gegen die Ergebnisse deiner früheren Entscheidungen wehrst. Sie zu ignorieren oder deine Urheberschaft anzuzweifeln oder gar andere (Menschen oder Umstände) dafür verantwortlich zu machen, ändert ebensowenig und raubt dir nur deine Lebenskraft.

Du hast die Wahl
Das, was ist, ist das, was ist. Das kannst du nicht ändern. Aber du kannst es annehmen. Wertfrei und urteilsfrei akzeptieren. Und dann von dort aus weitergehen. In eine Richtung, die du bevorzugst.

Denn du hast die Macht, neue Entscheidungen zu treffen. Und darin besteht wahre Freiheit.

Mit dem Leben fließen, dabei eine Richtung wählen und Ziele verwirklichen – du hast die Wahl :-)

Praktische Coaching-Tipps für den Alltag:

    • Achte in deinem Alltag ganz bewusst auf all die Dinge, die du dir selbst erzählst.
    • Bemerke bei deinem inneren Selbstdialog, was davon dir dienlich ist in bezug auf deine Lebensqualität und was dich eher hindert.
    • Lerne, deine Aufmerksamkeit mehr und mehr draußen zu halten – dies wird dazu führen, dass sich dein innerer Dialog totläuft.
    • Sei bereit, die volle Verantwortung für das, was du erlebst, zu übernehmen.
    • Wenn du etwas erlebst, das du nicht bevorzugst, dann sei bereit, es dir ganz genau zu betrachten – richte deine ganze Aufmerksamkeit darauf und erforsche es neugierig.
    • Triff´ bewusste Entscheidungen. Mache dir klar, was du erleben willst und richte dich absichtsvoll darauf aus.
  • Finde Zeit und beobachte einen Bach oder einen Fluß; bemerke, das Wasser immer einen Weg findet, da es sich nie gegen Hindernisse wehrt.

Leben in der Unsicherheit

… oder: wie du aus der inneren Vorstellungswelt auftauchst 

Du hast eine persönliche Geschichte – aber du bist nicht diese Geschichte. Das zu erkennen ist wesentlich, wenn du ein wirklich freies Leben führen willst.

Doch – wie kommen wir zu dieser Geschichte? Und weshalb halten wir so oft so hartnäckig (manchmal auch verzweifelt) daran fest?


Wie wir unsere Welt erschaffen
Wir haben ganz bestimmte Vorstellungen von dem, was wir sind und was wir glauben, tun zu müssen. 

Wir haben Vorstellungen davon, wie andere uns sehen, und wir haben Erinnerungen an all die Dinge, die wir schon erlebt haben inklusive all der Träume, die wir uns aus bestimmten Gründen versagt haben.

Wir haben eine Vielzahl von Vorstellungen darüber, wie die Dinge sind und wie das Leben ist bzw zu sein hat. 

Es hat ja auch irgendwie was Vertrautes
Und nur selten kommen wir auf die Idee, unsere Vorstellungen zu hinterfragen. 

Warum? 

Weil wir schlicht und einfach Angst haben. Und unsere Ideen und Vorstellungen – all das, was unsere persönliche Geschichte ausmacht -, geben uns Sicherheit. 

Doch diese Sicherheit ist sehr trügerisch
Denn das Leben wandelt sich ununterbrochen. Und diese ständige Veränderung erzeugt Angst, weil wir nicht wissen, was als nächstes kommt oder weil wir das befürchten, was kommen könnte.

Und was hat es mit dieser Angst tatsächlich auf sich?
Angst ist die Vorstellung von deiner Unzulänglichkeit, mit etwas zurecht zu kommen. Und diese Vorstellung wird geschürt und genährt von all den Überzeugungen und Erinnerungen, die du hast – eben deiner persönlichen Geschichte.

Loslassen ist der Preis der Freiheit
Wenn du dich entschließt, deine persönliche Geschichte Stück für Stück aufzugeben, wirst du etwas verlieren – nämlich die Idee davon, was du glaubst zu sein, zusammen mit der Angst, die diese Idee auslöst.

Dafür wirst du etwas gewinnen, und dieser Gewinn läßt sich mit keinem Geld der Welt kaufen: deine Freiheit. 

Die Freiheit eines Lebens in der Unsicherheit. 
Die Freiheit eines Lebens ohne Angst.

Und du wirst erkennen, dass du viel größer, viel weiter und viel leuchtender bist als alle Vorstellungen, die du bisher von dir gehabt hast :-)


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Praktische Coaching-Tipps für den Alltag:

• Lerne, deine Aufmerksamkeit konstant nach außen, auf deine Umgebung, auf andere Menschen, zu lenken.

• Um dich von dem Verhaftetsein mit deiner persönlichen Identität zu lösen, lerne, dich von außen zu betrachten. Übe, deine Aufmerksamkeit auf eine Stelle über dir und hinter dir zu richten.

• Frage dich selbst, von außen betrachtet: “Wer bist du?”

• Beim Spazierengehen, frage dich: Was hebt die Beine, was bewegt die Arme, was hört?

• Verzichte für eine Weile darauf, die Worte “ich”, “mir”, “mich” und “mein” zu benutzen. Betrachte stattdessen dich selbst als “es”.

• Frage dich so lange “Wer bin ich?”, bis dir keine Antwort mehr einfällt. Genieße die Stille, die vorübergehend entsteht.

• Finde heraus, woher du diese Antworten kennst. Entscheide dich, ob du sie behalten, loswerden oder ändern möchtest.

• Erkenne dein Bedürfnis nach Sicherheit als einen (oder den) Hauptgrund für dein Festhalten an gewohnheitsmäßigen Denk- und Verhaltensmustern.

• Lasse alte, behindernde Verhaltensweisen los, die dir lediglich die Illusion von Sicherheit vorgaukeln.

Leben in der Unsicherheit

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